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Selbsterfahrungswoche

Selbsterfahrung ist im therapeutischen Ausbildungszusammenhang üblich, in der Pädagogik und Beratung nicht sehr verbreitet. Dabei ist es die halbe Miete, an sich selbst erlebt zu haben, was man für sinnvoll erachtet oder sich aneignen möchte. Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Basiscurriculum.

Voraussetzung:

Basiscurriculum Traumapädagogik/Traumazentrierte Fachberatung

Dauer:

eine Woche (fünf Tage am Stück)

Termine:

wird bekanntgegeben

max. Anzahl

16

Kosten:

1000€ plus Unterkunft und Verpflegung

Dieses kleine und feine Curriculum, das wir ab Juni 2018 in Berlin anbieten, ist für die Absolvent*innen unseres Curriculums Traumapädagogik/Traumazentrierte Fachberatung konzipiert, die Inhalte unseres Traumaverarbeitungskonzepts an andere Menschen und in andere Kontexte weitervermitteln wollen. So oft werden Kurzseminare und Workshops zum Thema angefragt, dass wir uns entschieden haben, ausgewählte Kandidat*innen dafür weiterzubilden. Und wenn es passt, dann auch weiter zu vermitteln. Deshalb ist dies auch eine Weiterbildung mit viel Eigenarbeit und einer kleinen, auch für uns ungewohnten Hürde: Wir wollen auswählen, wer daran teilnehmen kann und bitten euch deshalb, uns (neben einem beruflichen Lebenslauf) eine Seite mit Eurer Motivation zu schreiben, auch anzugeben, welche Kontexte Ihr für die Weitergabe angedacht oder schon ausprobiert habt.

In den neun Tagen gemeinsamer Arbeit in einer kleineren Gruppe geht es dann um die Vertiefung der zentralen Aspekte der Traumaverarbeitung: die frühe Entwicklung, Notfallreaktion, Ressourcenbereich und Zeitlinienarbeit und die Analyse der Beziehungsdynamiken mithilfe des Traumavierecks. Die Inhalte werden in Bezug auf Eure Kontexte und die Eurer Fortbildungsteilnehmer*innen genauer ausgeleuchtet, in Verbindung zu anderen Theorien gebracht, in Eure Sprache und Darstellungsmöglichkeiten übersetzt. Eure Fragen stehen im Zentrum.

Zum Anderen geht es darum, dass Ihr diese Inhalte noch einmal, diesmal in Bezug auf Euch als Dozent*innen beleuchtet: Wo machen mir Gruppen Angst, wo habe ich Schwierigkeiten im sicheren Auftreten, wie kann ich mit Störungen oder Fehlern umgehen – und welches Kind in mir möchte da noch versorgt werden? Wie reagiere ich auf Nachfragen, Kritik und Wissenslücken? In welche Dynamiken verstricke ich mich, und wie komme ich da wieder raus? Wie reorientiere ich mich immer wieder und halte Trigger auf Abstand?

Zu guter Letzt erarbeitet Ihr – jede*r für sich – eine kleine Präsentation, die Ihr im letzten Block vorstellt. Die Kolleg*innen werden nachfragen und wir probieren gemeinsam aus, wie Ihr Euch reorientieren könnt, welche Sprache zu Euch passt, wo Ihr nachbessern solltet oder einfach nur super seid. Jeweils 10 Minuten vorbereitete Inputs werden mit den Fragen der Anderen konfrontiert und dann gemeinsam – ressourcenorientiert – ausgewertet. Für jede*n ist insgesamt ca. eine Stunde vorgesehen. So können wir all das, was Euch im Seminar Sinn gemacht hat, auf Eure Dozent*innentätigkeit übertragen.

Ablauf/Inhalte
Block 1: Was Hä(n)schen nicht lernt, braucht später viel Zeit
(Lydia Hantke)

Frühe Entwicklung – die Basis unserer Verarbeitungsfähigkeit
Bindung, Kontakt, Beziehung, Autonomie
Dissoziative Prozesse und Gedächtnisbildung
„Normale“ Entwicklungsschritte und die Folgen von Unterbrechung der frühen Integration
Individuelle Entwicklung von Nachnährkonzepten
Nähe/Distanzregulierung und Transfer in unterschiedliche Kontexte
Was heißt das für die Arbeit mit unterschiedlichen Altersstufen und kognitiven Fähigkeiten?
Wie hat Euch der eigene Hintergrund für die Dozent*innenrolle geprägt? Worauf solltet Ihr achten? Wen gilt es zu versorgen?

Block 2: Das Traumaverarbeitungsmodell und Traumadynamiken (Hans-Joachim Görges)

Häschen/Denker
Vorläufer/Parallelmodelle
Dissoziation in der Notfallreaktion
Symptombildung und Rückschlüsse auf Erfahrungswelten Stress, Belastung und Trauma – wichtige Unterscheidungen
Arbeit mit der Zeitlinie
Anwendungskontexte
Wiederholungen sind sinnvoll – „Verkaufs“modelle
Ressourcenbereich als zentraler Fokus
Warum nochmal? Wie vermittle ich das?
Dynamiken in Stress und Trauma
das Traumaviereck intensiv – Fragen und Antworten
Meine Lieblingsrolle in Gruppen – Selbstbeobachtung und Hausaufgabe

Block 3: Wir spielen Weiterbildung
(Hans-Joachim Görges und Lydia Hantke im Wechsel)

Präsentationen, Nachfragen, Rückmeldungen
Refresh Ressourcendusche
Mobilisierung innerer Helfer*innen und Externalisierungen Abstandshalter, Schutzhüllen und sichere Orte neu entdeckt Umgang mit der Lieblingsrolle und neue Identitäten
Ort: Berlin, institut berlin, Hertastr. 1, 12051 Berlin

Dozent*innen/Supervisor*innen
Hans-Joachim Görges, Dipl. Psych.
Lydia Hantke, Dipl. Psych.

Ort: Berlin, institut berlin, Hertastr. 1, 12051 Berlin

Zeiten:

8.-10.6.2018 / 14.-16.9.2018 / 11.-13.1.2019
jeweils10-18/10-18/10-16 Uhr – eine Teilnahme an allen Tagen ist erforderlich

Gruppengröße: mindestens 10, maximal 14 Tn

Dozent*innen: Lydia Hantke und Hans-Joachim Görges

Kosten: 1200 € für alle, die bis 2500 € brutto verdienen (wir vertrauen Euch, ein Gehaltsnachweis ist nicht erforderlich), 1500 € für alle anderen (Ratenzahlungen können in jedem Fall vereinbart werden)

Bei erfolgreicher Absolvierung des Curriculums empfehlen wir die Absolvent*innen weiter bzw. verlinken ihr Angebot mit unserer Website. Außerdem erhalten die Absolvent*innen Bild- und Textmaterial von institut berlin zum Traumaverarbeitungsmodell zur eigenen Nutzung. Die Entscheidung über die Eignung behalten wir uns vor.