Basiscurriculum Ressourcenorientierte Traumapädagogik und Traumazentrierte Fachberatung

Das Basiscurriculum ist eine in sich geschlossene Weiterbildung, mit der Sie ein Zertifikat von institut berlin erwerben können. Es ist außerdem Voraussetzung für die Teilnahme an den Supervisionswochenenden und für die Bewerbung zum Train the trainer-Curriculum.

Wenn Sie zusätzlich ein Aufbauseminar Traumapädagogik oder Traumazentrierte Fachberatung belegen, können Sie das gemeinsame Zertifikat von DeGPT und Fachverband Traumapädagogik erwerben.

Orte, Termine, Anmeldung

Berlin, Hamburg, Bielefeld, Essen

Voraussetzung:

Arbeit mit traumatisierten Menschen, vgl auch Zertifikate

Dauer:

17 Tage in 7 Blöcken

Kosten:

ca 2000€, je nach Ort

Inhalte nach Seminarblöcken
Block 1: Einführung in die Traumatheorie und Selbstfürsorge (3 Tage)
Grundlagen der Trauma- und Dissoziationstheorie
Neurosequentielle Entwicklung des Gehirns
grundlegende Unterschiede in der Verarbeitung bei Kindern und Erwachsenen
Mono/Komplextraumatisierung/Entwicklungstraumata
Symptome und Diagnosen in unterschiedlichen Altersstufen
Normalisierungsintervention in Pädagogik und Beratung
Burnoutprophylaxe
Indirekte/Sekundäre Traumatisierung und Selbstfürsorge
Ressourcen mobilisieren und stabilisieren: Ressourcenbarometer
Dissoziationsstopps und Reorientierung: wieder auf den Boden kommen
Wohlfühlzustand in der Arbeit

Block 2: Stabilisierung; Teilearbeit und Inneres Kind (3 Tage)
Imaginationsübungen – Phantasie nutzbar machen!
Wohlfühlorte
Zwischenlager für belastendes Material (Tresor)
Gefühlen einen guten Platz geben
Die Sicherheit der KlientInnen im jeweiligen Setting gewährleisten
Traumapädagogische Standards
Beratung/Therapie/Pädagogik – Unterschiede und Verbindungen
Rhythmisierung des Alltags
Ressourcenzoom und Lösungsorientierte Fragen: was habe ich schon geschafft?
Strukturelle Dissoziation und Ego-State-Modell
Teilearbeitsmodelle und innere Landschaften, Innere-Kind-Arbeit

Block 3: Supervision, Traumadynamiken und Storyboard (3 Tage)
Supervision der ersten Umsetzungen (Normalisierungserklärung, erste Stabilisierung, Selbstfürsorge), Praxistransfer
Traumadynamiken in Familie, Institution und Helfersystem: Das Traumviereck
Film und Bildschirm als Metapher zur Kontrolle von Traumainhalten in Pädagogik und Beratung
Bildschirm als Flashback-Kontrolle und Ersatztresor
Arbeit mit dem Story-Board als Zeitlinienarbeit und zur Symptomreduzierung
Kurze Vorstellung therapeutischer Traumaverarbeitungsmethoden (z.B. EMDR, EFT, Brainspotting, stib)

Block 4: „Eltern“ und Kinder – Ressourcen finden und die Weitergabe von Traumatisierung verhindern (2 Tage)
Neurosequentielle Entwicklung – Folgen von Vernachlässigung und früher Traumatisierung
Nachnähren bei frühen Traumatisierungen
Intuitive „elterliche“ Kommunikation und deren Bedeutung für die Empathieentwicklung
Ressourcenorientiertes Arbeiten mit den Bezugspersonen
Transgenerationale Traumatisierung, was passiert da?
Was heißt das für den Kontakt mit Familien?
Stabilisierungsübungen für das Ordnen der Erfahrungen: Zeitlinie, Original-Fälschung, duale Wahrnehmung

Block 5: Trauma und System – Herkunftssysteme und interkulturelles Arbeiten (2 Tage)
Familien- und andere Herkunftssysteme
Loyalität und Zugehörigkeit
Ressourcengenogramm – wie kann ich mein Herkunftssystem nutzen?
Anhaltende Traumatisierung (z.B. durch Täterkontakt, begleiteten Umgang, drohende Abschiebung)
Kultur, Religion und Sprachen – Welche Kontexte prägen uns?
Kollektive Traumatisierung
Offenheit herstellen, Grenzen setzen – wo bin ich als HelferIn im System?
Interkulturelle Interventionen mit dem Lösungsportrait (MacLachlan)

Block 6: Projektvorstellung und Hilfe-/Beratungsplanung (2 Tage)
Projektvorstellungen
Verlaufs- und Hilfeplanung in Beratung und Pädagogik
Sinnvolle Formate von Fortbildungen
Neuerungen in Team und Umfeld
Was muss ich im System beachten? Welche Rolle nehme ich ein?

Block 7: Supervision, Rituale und Abschluss (2 Tage)
Abschließende Integration der Weiterbildungsinhalte in die alltägliche Beratungs- bzw. pädagogische Arbeit durch Supervision und Peergruppenarbeit
Rituale in der Arbeit mit traumatisierten Menschen
Abschluss und Übergänge
Übergabe der Zertifikate von institut berlin und Teilnahmebescheinigungen

Inhalte allgemein
Traumapädagogik/Traumazentrierte Fachberatung ermöglicht eine alltagsbezogene individuelle und soziale Stabilisierung. Diese ist eine Voraussetzung für eine angstfreie und sozial integrierte Alltagsbewältigung und Grundlage jeder weiteren Traumaverarbeitung. Die Weiterbildung vermittelt Skills für einen ressourcenorientierten Umgang im alters-, generationen- und kulturübergreifenden Setting.

  • integriert Erkenntnisse und Bewährtes aus 16 Jahren Weiterbildungsarbeit in beratenden und pädagogischen Kontexten
  • interdisziplinärer Austausch für gemeinsames Verstehen im psychosozialen Feld
  • Ressourcenorientierung durch hypno-systemische Grundlagen
  • Einbezug stabilisierender Körperorientierung
  • vereinfachte theoretische Modelle zur schnellen Orientierung und Weitergabe
  • Einbezug von Gender-, Kontext- und Kultursensibilität
  • Praxisorientierung mit Erprobung der Techniken innerhalb der Weiterbildung
  • Supervision und Peergruppenarbeit in die Weiterbildung integriert (kein zusätzlicher Zeitaufwand), die Supervision fokussiert das jeweilige Arbeitsgebiet und berufliche Hintergründe der Teilnehmer*innen

Die Techniken werden in Diskussion, Powerpoint/Video, Demonstrationen vorgestellt und in gemeinsamen Übungen miteinander erprobt. Die Übertragung auf den Berufsalltag wird durchgehend reflektiert und nachgebessert. Selbsterfahrung stellt ein wichtiges Mittel zum Erwerb der Anwendungssicherheit dar, die Bereitschaft hierzu wird vorausgesetzt.

Dozent*innen
Dozent*innen/Supervisor*innen (siehe auch “wir”)

Hans-Joachim Görges, Dipl. Psych.
Lydia Hantke, Dipl. Psych.
Katrin Raschke, Dipl. Psych.
Britta Woltereck, Dipl. Supervisorin, Päd.MA
Dr. Ute Zillig, Dipl. Sozpäd.

sonstige Informationen
Die Weiterbildung umfasst 136 Unterrichtseinheiten an 17 Weiterbildungstagen und beinhaltet 24 Einheiten Supervision sowie 16 Unterrichtseinheiten Beratungsplanung und Projektevaluation. Eine Buchung einzelner Seminare ist nicht möglich.

Zertifikate
Die Teilnahme an diesem Curriculum kann mit dem Zertifikat “Ressourcenorientierte Traumapädagogik/Traumazentrierte Fachberatung“ von institut berlin abgeschlossen werden, wenn Sie im Verlauf der Weiterbildung ein traumasensibles Projekt für Ihr Setting entwickeln, ausarbeiten und vorstellen. Die Ausarbeitung wird im Curriculum angeleitet. Es entstehen keine zusätzlichen Kosten. Wenn Sie zusätzlich ein Aufbauseminar belegen und die Bedingungen der DeGPT/FV-TP erfüllen, können Sie über uns deren Zertifikat beantragen. Siehe auch Zertifikate

Supervision mit rollen- und aufgabenspezifischer Selbstreflexion
Das Curriculum beinhaltet 24 Unterrichtseinheiten Supervision, die sich aus supervidierter Kleingruppenarbeit und Fallsupervisionen im dritten und siebten Block zusammensetzt. Dadurch sind die Bedingungen der DeGPT/Fachverband Traumapädagogik (FV-TP) erfüllt. Darüberhinaus findet eine Supervision der Projektvorstellungen in der Gesamtgruppe statt.

Peergruppenarbeit
Parallel zur Supervision der einen Gruppe trifft sich die zweite Gruppe als Peer-Gruppe mit max. 9 TeilnehmerInnen.
Die Peer-Gruppen-Arbeit setzt sich zusammen aus der inhaltlichen Bearbeitung von Aufgaben, Reflexion und Austausch zur Verbesserung der Übertragung in den Arbeitsalltag.
Diese Zeit ist innerhalb der Seminarblöcke einberechnet und muss nicht extra eingeplant werden.

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